Secreto Iberico

IMG 7342Es ist Mitte November, das Fernweh ruft und so nehm ich mir meine Projekte, die noch zu Ende gebracht werden sollen, einfach mit und los gehts, wir stürzen uns in ein neues Abenteuer.
Bevor wir diesen Winter nach Afrika übersetzen, wollen wir etwas Zeit in Andalusien verbringen.
Aus diesem Grund ist unser Tourbus in deisem Jahr etwas “wintertauglicher”, denn spanischer und auch marokkanischer Winter im Dachzelt könnte etwas ungemütlich werden.

Bis zu den Pyrenäen sind wir recht zügig unterwegs, doch dann lassen wir es langsamer angehen. Kaum auf spanischem Boden angekommen, suchen wir uns ein Restaurante und geniessen ein “Menu del Dia” inklusive Vino Tinto.
Wir suchen uns einen gemütlichen Platz bei Girona und das Leben könnte so schön sein, würde es nicht anfangen zu regnen. Der Wald steht voller Pilze, also scheint es in letzter Zeit öfter mal nass gewesen zu sein.
So fahren wir am nächsten Morgen weiter, aber das Wetter scheint sich großräumig festgesetzt zu haben, es regnet und regnet und regnet. Bei Tarragona fliesst das Wasser so stark aus den Bergen ins Tal, dass die Straßen überflutet sind und Mülltonnen und Autos weggespült werden. Also weiter gen Süden.

Unser Ziel ist Gabo de Gata, die trockenste Region Spaniens mit schon wüstenhaftem Bewuchs, der Reiseführer schreibt von jährlichen Niederschlagsmengen von 138 mm. Die allerdings scheinen ausgerechnet jetzt fürs ganze Jahr zu fallen.
Wir finden eine Strandbar, die auch im Winter geöffnet hat und damit Anziehungspunkt einiger Camper ist. Hier verbringen wir einen fröhlichen Abend mit dem Australier John, der mit seiner Familie auf Europatour ist. Wir wären gern länger geblieben, aber die ganze Nacht regnet es so heftig, dass wir morgens in einem See stehen uns die Zufahrt zur Straße weggespült ist. Das Dachzelt gegen das WOMO zu tauschen, war eine weise Entscheidung.

Schnell ist ein Bagger zur Stelle, der die entstandene Furt wieder aufschüttet, aber die lokale Polizei sieht unsere Sicherheit gefährdet und bittet uns, den Platz zu räumen.
Einige Kilometer weiter finden wir das wunderschöne Dorf Agua Amarga, was soviel wie bitteres Wasser bedeutet. Hier bleiben wir zwei Tage, bevor wir südlich der Sierra Nevada durch die Berge “Las Alpjarras” fahren, herrlich ursprüngliches spanisches Hinteland, wenn man die Gewächshausregion um Almeria hinter sich gelassen hat.

Selbst mit dem großen Camper samt Anhänger finden wir meist mühelos traumhafte Stellplätze, wir haben noch nicht einen einzigen Campingplatz aufgesucht.
Wir bleiben eine Nacht in Granada, hoch oben über der Stadt, doch wir stehen mitten in einer Wolke und haben von der Aussicht rein gar nichts. Dann zieht es uns weiter nach Antequerra, auch ein wunderschöner, völlig untouristischer Ort. Hier gönnen wir uns wieder eines dieser hier üblichen “Menu del Dia”. Die spanische Küche ist so vielfältig und köstlich, dass wir uns am liebsten durchs ganze Land “fressen” würden.

Da es immer noch kühl und durchwachsen ist, fahren wir weiter nach Algodonales. Hier ist ein Hotspot für Paraglider und da Karsten seit dem Sommer diesem Sport verfallen ist, schauen wir uns hier genauer um.
Die Gegend ist bergig und noch relkativ natürlich bewachsen, was in Spanien ja nicht selbstverständlich ist. Es gibt kleine Landwirtschaften, überall sieht man neben Kühen, Schafen und Ziegen die leckeren schwarzen Iberico-Schweine auf den Weiden, und auch Esel sind hier keine Seltenheit.
Kleine weißgekalkte Ortschaften unterbrechen die grüne Landschaft. Die Ort sind so ursprünglich, dass man oft meint, man sei schon in Marokko. Nur dass es dort die leckeren Schinkenbeine nicht gibt, von denen Karsten natürlich gleich eins haben muss!

Endlich ist auch das Wetter wieder so, wie man sich das vorstellt und so hatte Karsten gestern seinen ersten Höhenflug, auch im wörtlichen Sinne! Er blieb gleich eine halbe Stunde oben und weils so schön war, hat er heut gleich noch einen drauf gelegt und flog 45 Minuten über Algodonales.