Tausche Abenteuer gegen Urlaub

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Da in der Casamance im Süden Sengals die Rebellen nach wie vor um ihre Unabhängigkeit kämpfen und es aktuell immer wieder zu Zwischenfällen kommt, entschließen wir uns abermals, unsere Route zu ändern und das Rebellengebiet weiträumig zu umfahren.

So führt uns unser Weg entlang des Niokolo Koba Nationalparks nach Norden, wir überqueren den Gambia River und springen in Tambacounda erstmal in den Pool.
Weiter geht es ins Sine Saloum Delta an der Küste zur Auberge Bouffe, wo wir schon Weihnachten verbracht haben.
Abenteuer hatten wir jetzt genug, nun ist mal wieder Urlaub dran. Barbara verwöhnt uns mit einer köstlichen Shrimps-Lasagne, es gibt eine Bootstour durch das Delta und am Sonntag geht es zur Messe in die Kirche, die hier etwas anders abläuft, als wir das so kennen.

Nachdem wir ein paar Tage Luxus genossen haben, machen wir uns auf den Weg nach Gambia.
Die Grenzpassage ist wieder nervenaufreibend. Die Grenze liegt an der Transitstrecke, wo die Beamten gewohnt sind, dass die Europäer den einen oder anderen Backschisch geben, um die Prozedur zu beschleunigen. Über die Jahre sind sie immer dreister geworden in ihren Forderungen und mittlerweile wird nur noch in Euro verhandelt, über Landeswährung reden wir gar nicht mehr.
Für die Ausstellung des Zollpapiers für das Auto verlangen die Zöllner also 20 Euro. Da wir Gambias Grenze in den letzten Wochen mehrfach passiert haben, nur noch nicht an diesem Übergang, wissen wir, dass die Ausstellung des Passavants selbstverständlich nichts kostet. Und hier kommt es nun fast zu Handgreiflichkeiten, weil wir nix zahlen wollen. Sehr anstrengend! Aber es geht noch weiter.

Die nächste Hürde ist die Fähre, hier gibt es erwartungsgemäß viele Nepper, Schlepper und Bauernfänger, vor denen wir auch unsere Mitreisenden warnen.
Kaum sind wir am Fährhafen angekommen, Karsten ist gerade auf dem Weg zum Ticketbüro, greift hinten bei Dirk jemand ins Auto und labert ihn voll. Dirk schließt das Fenster, der Mann versucht es wieder zu öffnen, Dirk ist jedoch schneller. Der Mann wird immer aggressiver und meint, er sei ein Beamter und wir mögen doch öffnen, was wir jedoch weiterhin ignorieren. Schließlich holt er jemanden in Uniform und unterdessen ist auch Karsten zurück.
Es stellt sich heraus, dass es tatsächlich ein ziviler Drogenfahnder ist. Nun ist er natürlich bocksauer, weil wir ihn so ignoriert haben und Dirk den Beamten beim Fenster zuschieben sogar am Finger verletzt haben soll. Es ist fast nichts zu sehen, aber wir müssen uns eine furchtbare Standpauke anhören. Sie seien ja nur für unsere Sicherheit da und natürlich keine Schlepper oder “Bumster”, wie man hier sagt, und wir sollen uns gefälligst mit jedem erstmal unterhalten, der uns anspricht, und uns anhören, was er wolle.
Nun muss man sich vorstellen, dass man in Gambia auf Schritt und Tritt von zig Leuten angesprochen wird, die meisten wollen Geld oder andere Dinge erbetteln, oder sie wollen gleich mit nach Europa genommen werden. Mit der Zeit stumpft man halt ab und filtert ganz stark, mit wem man sich auf ein Gespräch einlässt.
Wie auch immer, es folgt eine komplette Durchsuchung unseres Autos, des Anhängers und sämtlichen Gepäcks nach Drogen. Die Reiseapotheke wird vollständig zerpflückt und jedes Medikament auf seine Wirkstoffe hin untersucht.
Wir wissen bereits, dass die Gambianer im Moment sehr aktiv jeden überall und zu jeder Zeit nach Drogen filzen und haben auch von anderen Reisenden schon schlimme Schauergeschichten gehört.
Nach zwei Stunden ist der Spuk endlich vorbei, Dirk muss sich nochmals bei den Beamten entschuldigen und dann können wir endlich zur Fähre. Glücklicherweise ist wenig Verkehr und so ist die nächste Fähre unser.

Nach diesem letzten Abenteuer nun wieder zurück zum Urlaub.
Wir geniessen noch ein paar Tage am Beach, machen einen kleinen Ausflug in den nahegelegenen Forest Park mit vielen Affen und Vögeln, besuchen einen heiligen Krokodilpool und beobachten die Schlammspringer an der Lamin Lodge, die in Pfahlbauweise in die Mangroven gebaut ist und eine wunderschöne Aussicht über die Seitenarme des Gambia Rivers bietet.

Für unsere Gäste ist die Reise hier zu Ende, sie werden binnen 12 Stunden in den Winter gebeamt und wir selbst fahren auch wieder gen Norden, allerdings wird es ein paar Stunden länger dauern, bis wir dann zu Hause anlanden.