Dünen und Berge, Oasen und Kasbahs

Dscf3140-130x130Als der Regen vorbei ist und endlich die Sonne wieder die Oberhand gewinnt, fahren wir weiter Richtung Osten und wollen die Region der Oasen und Kasbahs besuchen.

Am Rande eines Dorfes entdecken wir einen schönen Platz inmitten von Palmen und wollen dort übernachten. Doch beim Rangieren gräbt sich der Bus ein, der Sand machte einen trügerisch festen Eindruck, war aber unter der Oberfläche doch sehr weich. Also holen wir mal wieder die Sandbleche und Schaufeln hervor und mit vereinten Kräften hat der Bus nach kurzer Zeit wieder festen Boden unter den Rädern.
Die reizvolle Landschaft entschädigt und auch Frau Ursel ist begeistert vom Sand und gräbt sich gleich ein eigenes Domizil im Schatten der Palmen.

In Tata ist gerade Markttag und so schauen wir, was die Händler anzubieten haben, von vielen Kräutern und Gewürzen kennen wir die Namen nicht und so riechen und schmecken wir uns durch das reichhaltige Angebot.

Nach dem Stadtbummel, bei dem wir auch unsere Vorräte aufstocken, fahren wir über Foum Zguid Richtung Lac Iriki, einem Salzsee, der normalerweise trocken ist, aber nach den starken Regenfällen der letzten Tage einen sehr feuchten Untergrund und teilweise auch richtig Wasser hat.
Normalerweise kann man durch den See hindurch fahren, aber diesmal ist die Passage nicht ganz ohne.
An unserem Anhänger verabschiedet sich ein Stoßdämpfer, aber es geht auch ohne…

Dafür entdecken wir nach dem Regen, wie reichhaltig die Flora der Wüste doch ist. Überall blühen kleine Blumenkissen und riesige Nachtkerzengewächse entstehen im Nu wie aus dem nichts.
Unser Reiseführer verspricht uns eine Gegend, wo es massenhaft Fossilien geben soll, und nach einiger Zeit haben wir die Stelle auch gefunden und sind begeistert, man muss gar nicht suchen, sondern sie nur aufsammeln, eines schöner als das andere.

Von Mhamid aus fahren wir das Draatal gen Norden, hier gibt es wunderschöne Palmoasen entlang des Flussufers und prachtvolle Kasbahs, eine Art Familienburg.
In Agdz gibt es die Gelegenheit, eine dieser Kasbahs zu besichtigen, die Familie versucht mit viel Liebe, ihre Kasbah zu erhalten und gibt uns einen intensiven Einblick in das Leben hinter diesen Lehmmauern.

Nun nähern wir uns dem Hohen Atlas, dessen Schneegipfel hinter den Palmen aufleuchten, ein imposanter Gegensatz.
Wir überqueren den Atlas bei wunderschönem Wetter mit strahlendem Sonnenschein, an die gemäßigten Temperaturen haben wir uns mittlerweile etwas gewöhnt.

Zum Abschluss erwartet uns die Stadt aus Tausend und einer Nacht – Marrakech. Sooft wir hier schon waren, sie zieht uns immer wieder in ihren Bann.
In einem Cafe lassen wir das Treiben an uns vorbei ziehen, hier treffen alle Gegensätze aufeinander – die verschleierte Muslimin läuft neben dem Girl im Minirock über den Djemaa El Fna, der Esleskarren drängt sich neben der Luxuslimousine durch den Verkehr und neben “Kentucky Fried Chicken” bietet der Bauchladenkrämer seine Waren feil.
Wir tauchen in die Souks ein und entdecken in den kleinen Gassen architektonische Kleinode.
Hier verabschieden wir uns auch von Ebs und Andrea, die noch ein paar Tage in der Stadt bleiben und treten nun unseren Heimweg an.

Damit geht unsere diesjährige Tour zu Ende, unsere Köpfe sind voll von Bildern und Eindrücken.
Doch die nächsten Reisepläne nehmen schon langsam Gestalt an ….