Regen in der Sahara

Dscf1556-130x130Aufgrund der derzeitigen Situation in Mauretanien halten wir uns hier gar nicht lange auf und fahren nach einem Tag Aufenthalt in Nouakchott zügig zur marokkanischen Grenze. Kurz vor der Grenze überqueren wir wieder die Bahnlinie des Eisenerzzuges und wie auf Bestellung kommt einer dieser imposanten Züge angerattert, besser hätten wir das auch nicht organisieren können. Icon Smile

Der Grenzübertritt erfordert viel Geduld, in jüngster Zeit wurde hier eine Röntgenanlage für Fahrzeuge installiert und jeder muss da durch.
Trotz der neuen Technik werden wir noch weitere zweimal manuell kontrolliert und immer wieder nach Waffen gefragt. Nach etwa drei Stunden sind wir endlich durch und schlagen unser Camp bei einer Sanddüne auf.
Die Nächte in der Wüste sind immer etwas Besonderes, an einem kleinen Feuer geniessen wir die Atmosphäre unter dem Sternenhimmel. Im Morgengrauen können wir die Wüstenfüchse heulen hören.

Eine Tagesreise und eine Wüstennacht später werden wir von Regen geweckt, in Worten R e g e n ….

Es sind nicht nur ein paar Tropfen, nein – ein richtiger Guss überrascht uns, das ist wirklich selten.
Das Frühstück fällt demnach etwas kürzer aus als sonst und wir fahren weiter.
Der Himmel wird dunkler und dunkler, der Regen hat sich wohl entschieden. der Wüste einen längeren Besuch abzustatten.
Unser Ziel ist heute das “Le Roi Beduine” nördlich von Layounne, das momentan noch von den Belgiern Martine und Luc geführt wird. Es ist schon fast dunkel, als wir endlich dort ankommen, die letzte Piste ist schon sehr schlammig.
Es regnet immer weiter, in unseren Dachzelten können wir bei diesem Unwetter heute nicht übernachten, also mieten wir uns eine Hütte im Campement.
In der Nacht kommt ein ungeheurer Sturm auf, der Regen hält unvermindert an, unsere Hütte bleibt zwar nicht ganz trocken, aber wenigstens bleibt sie überhaupt stehen. Icon Smile
Am Morgen ist der Spuk vorübergehend vorbei, die Sonne scheint und wir bewundern den über Nacht entstandenen kleinen Wasserfall mitten in der Wüste.

Auf der weiterfahrt erleben wir abermals einen kleinen Sandsturm und der Himmel zieht sich wieder zu. Sonne, Regen, Regenbogen und Wind wechseln einander ständig ab.
Wir entschließen uns, ein Campement nördlich von Tan Tan aufzusuchen, doch das bedeutet wieder 5 km Piste und schon nach 800 m ist eine Furt durch den Bach weggespült. Dieses Camp ist von der Außenwelt abgeschnitten, beim Wenden bleiben wir fast im Schlamm stecken. Also auf ins nächste Campement.
Kurz vor Guelmim sehen wir vor uns, wie der Asphalt der Straße langsam vom Wasser unterspült wird, zwei Autos stehen schon da und winken uns, wir sollen noch schnell drüber fahren. So langsam weiß das Wasser nicht mehr, wohin.
Wir wollen zu einem Camp, von dem wir wissen, dass eine Aspahltstraße hinführt, denn Piste zu fahren, ist mittlerweile unmöglich geworden.
Doch am Ortsausgang von Guelmim sehen wir vor eine Brücke wieder etliche Autos stehen. Ein Polizist stoppt uns und fragt, wohin wir wollen, und als wir ihm unser Ziel sagen, meint er schulterzuckend: “J’ai pas de Route! – Ich habe keine Straße!”
Na fein, es hat also die Brücke weggespült und nur ein großes Loch hinterlassen. Karsten versucht, durch den Fluss zu fahren und schafft es auch auf Anhieb – drei Kreuze!!
Auf dem weiteren Weg queren wir noch viel Wasser und sind froh, als wir endlich auf dem Camp ankommen. An Schlafen im Zelt ist wiederum nicht zu denken, wir nehmen uns ein Zimmer und fühlen uns langsam wie Katastrophentouristen. Von anderen Reisenden erfahren wir, dass es in ganz Marokko so aussieht…

Ich hab noch eine schlechte Nachricht, meine Kamera hat den Geist aufgegeben, so dass es nur noch wenige Fotos von dieser Tour geben wird.