Traditionelles Benin

Dsc00010-130x130Kurz hinter der Grenze in Benin liegt der Küstenort Grand Popo, wo wir es uns in einer herrlich kolonialen Anlage direkt am Meer gut gehen lassen. Auf der Reise gibt es immer wieder recht anstrengende Passagen und so geniessen wir ab und an auch ein wenig Luxus. Dieser Ort ist jedenfalls traumhaft.
Wir fahren ein Stück weiter den Strand entlang und stecken plötzlich im Tiefsand fest. Also hängen die Jungs den Hänger ab und aktivieren Sandbleche und Schaufel, ein bisschen Abenteuer haben wir ja mitgebucht. Icon Smile
Ein paar schaulustige Dorfbewohner diskutieren das ganze Geschehen und nach kurzer Zeit sind wir wieder frei.

Unser nächstes Ziel ist Ouidah, wo jedes Jahr im Januar ein großes Voodoofestival stattfindet.
Man hört ja landläufig viele unglaubliche Geschichten über Voodoo in Europa und die meisten denken wahrscheinlich zuerst an Puppen, die mit Nadeln massakriert werden. So sind wir nun sehr gespannt, was uns erwartet.
Auf dem Weg in den Ort begegnen wir einer Gruppe, die einen prachtvoll gekleideten Herrn mit Glocken klingend begleiten, einer trägt ihm einen Stuhl hinterher. Dieser Gruppe folgen wir und gelangen zum Hof des hiesigen Königs.
Unter einem riesigen alten Baum sitzt eine Gruppe Musiker und begleitet das Geschehen vorwiegend mit Trommeln, eine Gruppe tanzt ekstatisch dazu. Langsam sammeln sich die Bewohner des Ortes, um die Zeremonie zu verfolgen. Wir mischen uns einfach unters Volk, Weißnasen gibt es außer uns keine hier. Das Spektakel wird größer und wilder, doch bevor wir in Trance fallen, ziehen wir uns lieber zurück.
Am nächsten Tag besuchen wir den Fetischmarkt, der durch die vielen toten Mäuse, Affenköpfe, Entenköpfe, Schlangenhäute, Vögel, Salamander usw. sehr geruchsintensiv ist. Daneben gibt es noch 1000 Dinge, deren Bedeutung wir nicht kennen, wie Kaurimuscheln, Hölzchen, Masken und auch Nadeln und Spieße. Alles in allem erleben wir den Voodoo als hier noch sehr lebendige Tradition und sind tief beeindruckt.

Wir verlassen Ouidah und fahren auf der “Route de Pecheur” direk am Strand entlang nach Cotonou. So einen Küstenabschnitt wie hier findet man wahrscheinlich nicht mehr allzuoft auf der Welt.
Ein Fischerdorf liegt neben dem anderen, die Dörfer bestehen nur aus Hütten, die aus Palmblättern errichtet sind, kleine Boote liegen am Strand und wir sehen den Fischern bei der Arbeit zu, wie sie gemeinsam singend die Netze ans Ufer ziehen. Es gibt bis kurz vor Cotonou nicht ein einziges Hotel oder andere Spuren von Tourismus, für uns Europäer kaum vorstellbar.
In Cotonou auf dem Markt gibt es ein überaus reichhaltiges Angebot an Obst und Gemüse, was hier nicht selbstverständlich ist, wir probieren sogar Maracuja und erstehen außerdem fangfrische Garnelen, die wir abends grillen.
Auf kleinen Ausflügen erkunden wir Porto Novo und fahren auch an kleinen Pfahldörfern vorbei, die Menschen haben ihre Häuser ier auf Stelzen ins Wasser gebaut, um vor Übergriffen geschützt zu sein.
Daniel verlässt uns in Cotonou, seine Reisezeit ist um und wir bewegen uns langsam gen Norden.

In Abomey, einer alten Königsstadt, übernachten wir in einem einzigartigen Skulpturenzauberwald, hier werden Masken, Skulpturen, Tische, Stühle und andere Kunst gefertigt und bevölkern mittlerweile einen ganzen Park, wir sind einfach überwältigt.
Weiter nördlich wird die Landschaft wieder hügelig, wir erreichen die Atacora-Berge und campen dort an einem kleinen idyllischen Wasserfall.

Ein Höhepunkt unserer Reisen ist zweifellos der Pendjari-Nationalpark im Norden von Benin, der zusammen mit dem Arly-NP in Burkina und dem NP du W in Niger das größte Reservat für Tiere in Westafrika bildet.
Wir reisen nachmittags in den Park ein und fahren bis zum Sonnenuntergang zu einem Mare, wo wir Hippos beobachten und unzählige Krokodile das Ufer bevölkern, wir können sie gar nicht alle zählen.
Am nächsten Morgen starten wir bei Sonnenaufgang unsere Tour und können sehr sehr viele Tiere sehen: Paviane, Schweine, Antilopen, Büffel, sehr exotische Vögel, wirklich viele Hippos und Krokodile an jedem Mare und mehrere Elefantengruppen. Mit Elefanten haben wir fast immer Glück, jetzt fehlen nur noch die Löwen.
Uns begegnet ein Jeep, wir fragen spaßeshalber nach den Löwen – ja, sie haben gerade eine Löwin gesehen!
Sie fahren uns voraus, um uns die Stelle zu zeigen, aber Frau Löwe hat sich schon wieder getummelt. Schade, wir waren nahe dran. Uns gelingt es bis zum Verlassen des Parks nicht mehr, auch nur eine Löwenquaste zu erhaschen, obwohl es wirklich viele Löwen hier gibt. Das ist auf jeden Fall ein Grund wieder zu kommen!
Wir sind ohnehin von Benin sehr angetan, sehr sympathische Menschen, eine reiche Kultur und Tradition und eine reizvolle Landschaft mit traumhaften Stränden haben uns überzeugt.