Kassoumay, Mama Africa!

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Kurz vorweg: Uns gibt es noch, nur ein funktionierendes Internet gibt es hier sehr selten. Daher ist die Berichterstattung etwas ins Stocken geraten. Ich werde daher auch vorübergehend die Fotos weglassen, sie werden nachgereicht. Aber nun weiter im Text:

Unsere neuen Mitreisenden versorgen uns hervorragend mit europäischen Annehmlichkeiten wie Kaffee, Schinken, Käse und “sweeties”, da leuchten alle Toubabaugen! Toubab meint wörtlich “Bleicher” und alle Weißnasen werden so genannt. Auf die unzählige Frage: “What is your name?” antworte ich manchmal mit “Lady Toubab” und auch Ursel hat sich inzwischen einen hier angemessenen Namen zugelegt, sie nennt sich “Mama Africa”, because she’s almost black.

In der Casamance im Südesenegal gibt es aktuell wieder Auseinandersetzungen mit den Rebellen und so ändern wir unsere Reisepläne geringfügig.
Wir fahren zunächst wie geplant zu Frank und Peggy nach Kafountine und verbringen dort zwei wundervolle Tage. Für Denise und Mike ist die Eimerdusche eine völlig neue Erfahrung, denn mittlerweile gibt es hier zwar Strom, aber nach wie vor kein fliessend Wasser.
Peggy und Fadou Bintu beköstigen uns mit weißem Thunfisch und dem traditionellen “Thiebou-dienne”, einem Reisgericht mit Fisch. Mit der Piroge fahren wir durch die Bolongs, die Seitenarme des Casamance-Flusses zu einem sehr ursprünglichen Dorf, wo wir das einfache Leben der Diola kennenlernen. Überall werden wir mit “Kassoumay” – Guten Tag begrüßt und Wolfram ersteht ein einheimisches Musikinstrument – Akalatkalat – eine Art Rasseln, die im Rhythmus bewegt werden.
Elias, der älteste Sohn von Frank und Peggy begleitet uns und zeigt uns, wie man mit einer Handangel Fischen geht, Torsten hat das größte Glück und angelt sogar einen kleinen Fisch.
Die Zeit vergeht viel zu schnell und bald heisst es wieder Abschied nehmen. Wir fahren nun nicht weiter durch die Casamance, sondern gehen zurück nach Gambia und entlang des Gambia River geht es Richtung Tambacounda.

Die Ufer des Flusses sind landschaftlich sehr reizvoll, man findet eine äußerst reiche Vogelwelt vor und wir treffen immer wieder auf sehr freundliche Menschen.
Nur die vielen Straßenposten “for your security” werden mit der Zeit etwas mühsam, alle 10 bis 20 km müssen wir die gleichen Fragen beantworten: “Hello, good morning! How are you? How is the day? Where are you from? What you bring for me?…. usw. usw.
Meist verlaufen die Kontrollen freundlich, manche jedoch beharren trickreich und recht hartnäckig aud Backschisch, obwohl es in Gambia ja keine Korruption mehr gibt, wie uns zahlreiche Werbeplakate versichern.
Karsten ist inzwischen äußerst talentiert, was die Kommunikation mit den Beamten angeht. Er hat es sich zur Gewohnheit gemacht, sie mit einem Redeschwall zu überschütten, dass diese oftmals so verblüfft sind – wo das dorch eigentlich deren Aufgabe ist – dass sie je nach Tagesform oft schnell die Lust verlieren, sich mit diesem etwas schrägen Toubab auf Diskussionen einzulassen.

Wir finden in der Nähe des Flusses abseits eines Dorfes einen schönen Schafplatz für uns, nur mein Spaziergang mit Frau Ursel hat ein abruptes Ende, als wir plötzlich im Wald einer Horde Baboons, zu deutsch Paviane, gegenüberstehen, die meinen hier zuhause und was ist das eigentlich für ein seltsames Tier, das mich da begleitet.
Schnell treten wir den Rückzug an und die Dorfbewohner erzählen uns später, dass die Affen manchmal auch Hunde angreifen und verletzen. Sie selbst leben jedoch in friedlicher Koexistenz mit ihnen und ihre Geräusche hören wir noch die halbe Nacht.

Auf teilweise äußerst staubiger Piste geht es weiter im Osten wieder in den Senegal nach Tambacounda, wo wir uns nach einigen Tagen im Busch ein Campement mit einem Swimmingpool gönnen, was für ein Kontrastprogramm.