Durch Senegal

Dsc00010-130x130In Senegal fahren wir zunächst nach Tambacounda, wo wir eigentlich einen Tag bleiben wollen, um ein paar Dinge zu erledigen.
Auf der Suche nach dem Zollbüro in der Stadt geraten wir mit dem Polizeiposten am Ortseingang aneinander, weil wir am Ende der Stadt gewendet haben, um zurück zu fahren und weiter das besagte Zollbüro zu suchen.
Der Posten nimmt uns zunächst die Papiere ab und erklärt uns dann, dass Wenden hier verboten sei, obwohl nichts dergleichen darauf hinweist, die Mittellinie der Straße ist durchbrochen und es gibt auch kein Verkehrsschild.
Da Karsten ein grundsätzliches Problem mit der Korruption in den afrikanischen Ländern hat, stellt er nach erfolgloser Diskussion kurzerhand den Bus samt Anhänger quer auf die Nationalstraße und schliesst das Fahrzeug ab.
Ein Autofahrer versucht, die Fronten zu entschärfen und begleitet uns zum Polizeirevier, wo wir unsere Papiere wiederbekommen und da angebliche Problem sich plötzlich völlig in Luft aufgelöst hat.

Trotzdem haben wir spontan keine Lust mehr auf die Stadt und fahren weiter.
Die hohen Temperaturen tagsüber halten unvermindert an, obwohl es sogar leicht bewölkt ist, haben wir das Gefühl, ständig von einem Heißluftfön umgeben zu sein.
Also steuern wir die Atlantikküste an und beschließen, noch einen Abstecher zum Sine Saloum Delta südlich der Petite Cote zu unternehmen, einem Flussdelta, das an der Mündung zum Atlantik mit Mangroven bewachsen ist und wo sehr viele Vögel zu Hause sind oder auch als Zugvögel rasten.
In dem kleinen Dorf N’Dangane geht es wunderbar beschaulich zu, ein wenig touristisch, aber nicht aufdringlich, ganz nach unserem Geschmack.
Wir lesen das Schild der “Auberge Bouffe”, die ich mir zu Beginn der Reise irgendwo als Tipp notiert hatte und suchen sie auf.
Schon von der Straße sieht es sehr einladend aus und so mieten wir uns hier ein. Wir lernen die Schweizer Besitzer Barbara & Bruno kennen und verstehen uns auf Anhieb blendend.
So sitzen wir abends bei stundenlangen Gesprächen beisammen, genießen tagsüber den Pool und erkunden das Dorf.
Ursel muss sich mit dem 12 kg schweren schwarzen Hauskater Othello arrangieren, was ihr gar nicht so leicht fällt, ist er doch fast doppelt so groß wie sie, da rutscht schonmal das Herz in die Hose. Icon Wink
Aber sie hat trotzdem ihren Spaß und nutzt die Vogeltränke ausgiebig als ihren Privatpool.
Hier machen wir jedenfalls mal wieder ein wenig Urlaub von der Reise!

Das ist auch gut so, denn das nächste Ziel ist die Metropole Dakar, für die wir gute Nerven brauchen.
Eine brauchbare Unterkunft, wo man auch campen kann, ist in der Millionenstadt nach wie vor nur schwer zu finden, und so verbringen wir wieder fast einen Tag damit, alle Möglichkeiten abzuchecken.
Wir holen hier unsere neuen Mitreisenden Andrea und Ebs vom Flughafen ab und nachdem sich die beiden etwas akklimatisiert haben, machen wir eine kleine Stadtrundfahrt, bevor wir Dakar nach Norden verlassen und uns ein ruhigeres Plätzchen suchen.

In Mboro finden wir ein kleines Campement zum Übernachten und 3 km weiter am Strand stoßen wir auf Mboro sur Mer, einem Fischerdorf, wie man es sich vorstellt.
Die Pirogen kommen gerade mit ihrem Fang zurück an Land und wir kaufen ihnen den Fisch für unsere Abendmahlzeit sofort am Strand ab.
Unser nächstes Ziel ist St. Louis, wor wir sowohl Strand- als auch Stadtleben geniessen können.
Klimatisch ist es mittlerweile so, dass wir langsam unsere warmen Sachen wieder vorkramen, tagsüber werden keine 30°C mehr erreicht und die Nächte sind feuchtkühl, daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen.

Bevor wir Senegal verlassen, besuchen wir noch den grenznahen Nationalpark “Djoudj”, wo wir mit der Piroge zur Brutkolonie der Pelikane fahren, ein Naturschauspiel sondersgleichen. Es soll hier 20.000 Pelikane geben, die jedes Jahr 5.000 Jungvögel großziehen. Wenn jeder Pelikan 2,5 kg Fisch am Tag frisst, muss es Unmengen an Fischen dort geben. Außerdem sehen wir unzählige andere Vogelarten, Kormorane, Löffler, Enten, Reiher, Flamingos und und und.
Die Warzenschweine sind gar nicht scheu und die Frischlinge spielen wie junge Hunde miteinander.
Auch Warane, Krokodile und Pythons bekommen wir zu Gesicht. Wir campen mitten im Park mit entsprechender Geräuschkulisse nachts und vor allem am Morgen.
Das ist ein wunderbarer Abschied von Schwarzafrika, nun erwartet uns wieder die Wüste mit ihrem eigenen Kulturkreis.