Tropisches Ghana

Dsc00046-130x130 Am Neujahrstag reisen wir in Ghana ein, die Grenzabfertigung erfolgt mit hochmoderner Technik, wir sind überrascht.
Plötzlich reden alle englisch und auch unsere des Französischen nicht mächtigen Mitreisenden können nun ungehemmt kommunizieren.
Nach einem Stadtbummel durch Bolgatanga schlagen wir unser Buschcamp am Rande des Dörfchens Saakpuli auf und schon nach kurzer Zeit bekommen wir erwartungsgemäß Besuch von den Dorfbewohnern. Sie bitten darum, dass wir mitkommen und uns beim “Chief of the village” vorstellen.
Also machen sich unsere drei Mitreisenden auf den Weg, gut ausgestattet mit Gastgeschenken, während wir das Essen zubereiten.
Nach kurzer Zeit kommen unsere Abgesandten zurück, wiederum bepackt mit Gastgeschenken des Dorfes – vier riesige Yamsknollen. Nun sind wir willkommen geheißen und können unser Nachtlager aufschlagen.
Weiter geht die Reise nach Kumasi, die Landschaft wird grüner und grüner und die tropische Regenwaldzone ersetzt allmählich die trockene Sahelregion.
Kumasi liegt etwas erhöht in den Bergen und ist das Zentrum der Ashanti, einer der bedeutendsten Stämme in Ghana. Die Stadt ist ein riesiger Markt, wo es alles gibt, was man sich nur vorstellen kann, von Reis, obst, Gemüse und Fleisch aus den Dörfern über Haushaltwaren aus China bis hin zu Textilien aus europäischen Kleiderspenden.
In Ghana ist es üblich, gegen ein kleines Entgelt die Hauswände als Werbefläche zur Verfügung zu stellen. Das lässt das Land ziemlich bunt schillern, so gab es vor einigen Jahren überall Werbung der Kernseife “Key Soap”, aber inzwischen hat Vodafone die heimliche Herrschaft des Landes übernommen, überall sieht man rote Häuser, Mauern und Fähnchen und in einer Stadt wie Kumasi konzentriert sich das natürlich.
Weiter führt uns die Route durch die Berge an die Küste und nach etwa 200 km erreichen wir Cape Coast. An Ghanas Küste gibt es insgesamt 15 ehemalige Sklavenforts, wor die Europäer früher die Sklaven aufkauften und verschifften. Eines dieser Forts besichtigen wir und besuchen auch Elmina, einen sehr authentischen Fischerort.
Wir verbringen ein paar “richtige” Urlaubstage am traumhaften Strand beim Campement “Ko-Sa” westlich von Elmina, das unter den nunmehr holländischen Eigentümern ein echter Geheimtipp ist und erholen uns vom Reisen, denn Reisen in Afrika ist durchaus auch anstrengend. Icon Smile
Im Kakum-Nationalpark klettern wir über Hängebrücken durch den Regenwald, ein sehr beeindruckendes Erlebnis.
Also wir vom “Ko-Sa” aufbrechen, gibt es nach den ersten 200m Piste plötzlich einen furchtbaren Knall, eine Feder am Auto ist gebrochen. Die Suche nach einer Ersatzfeder in Cape Coast ist wenig erfolgreich, wir müssen in die Hauptstadt nach Accra.
Das ist ohnehin unser nächstes Ziel, allerdings erreichen wir es nicht, etwa 100km davor gibt es den zweiten Knall in der gleichen Intensität, und diezweite Feder ist auch hin.
So können wir nicht weiter fahren und müssen unser Camp am Straßenrand in Mankessim aufschlagen, eine sehr intensive Erfahrung für Augen, Ohren und Nase, aber wir hatten schließlich auch Abenteuer gebucht.
Karsten fährt am nächsten Tag mit einem Mechaniker nach Accra und ersteht zwei gebrauchte Federn. Bei der Reparatur finden sich viele helfende Hände und so ist am Nachmittag alles behoben.
Bei Big Milly’s Backyard erholen wir uns von diesem Erlebnis, einige von uns besuchen Accra und am Abend erwarten uns Trommeln und Tanzen. Frau Ursel ist der absolute Exot, wir hören am Strand die Kinder rufen: …like a rabbit.

In Accra gibt es einen risigen Supermarkt nach europäischem bzw. amerikanischem Vorbild und uns gehen erstmal die Augen über, bevor wir dann zuschlagen: Rindersteaks und Würstchen zum Grillen, “gelber” Käse und Schwarzbrot – ein Fest.
Von Accra reisen wir nun Richtung Nordosten in die Voltaregion. Der Volta wird dort zu einem riesigen Wasserreservoir angestaut, der auch zur Energieversorgung des Landes beiträgt. Wir fahren immer weiter in die Berge und freuen uns auf kühlere Nächte, denn seit Kumasi ist das feuchtheiße Tropenwetter zum Teil doch recht anstrengend, die Nachttemperaturen sinken kaum unter 25°C.
Es ist gar nicht so einfach, im üppigen Grün einen Platz zum Campen zu finden und so landen wir auf einer Mangoplantage. Der Wächter Sylvano, der aufpasst, dass keine Buschfeuer ausbrechen, heisst uns herzlich willkommen und amüsiert sich auch wieder über Ursel, so einen Hund hat er noch nie gesehen: “…has a short face – like me!”, worüber wir wiederum herzlich lachen.

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