Auf den Spuren von Mungo Park

Dsc00088-130x130 Die Grenzpassage nach Mali in Kidira erfolgt schnell, problemlos und kostenfrei, wir überqueren einen Zufluss des Senegal, den Faleme. Auf guter Straße erreichen wir zügig Kayes, die zweitgrößte Stadt in Mali, unterwegs sehen wir zahlreiche Affen im Busch.
Für die neu ausgebauten Straßen erhebt der Staat mittlerweile eine Straßenbenutzungsgebühr, die wir gern bereit sind zu zahlen.
Etwa 15 km südlich von Kayes gibt es die Wasserfälle “Chutes de Felou”, landschaftlich sehr reizvoll gelegen wollen wir hier übernachten. Es ist zwar nicht so einfach, einen geeigneten Übernachtungsplatz zu finden, aber die Wasserfälle selbst sind einfach überwältigend. In den ausgewaschenen Felsen haben sich unzählige kleine natürliche Badebecken gebildet, genau das, was wir brauchen nach einem heißen staubigen Tag, die Temperaturen knacken tagsüber inzwischen die 40 Grad-Marke.
Allerdings wird die Wasserfallidylle bald ein Ende haben, denn im Januar startet hier ein großes chinesisches Bauprojekt, ein riesiger Wasserkanal soll entstehen.
Den Abend verbringen wir mit dem Holländer Rene, den wir an der Grenze getroffen haben und einem Wächter, der die schon bereitgestellten Baumaschinen bewacht.
Er erzählt uns, dass die Piste nach Bafoulabé und Manantali pas de problem ist, also gut machbar und da wir bis zur Ankunft unserer Gäste noch genügend Zeit haben, entschliessen wir uns, nicht die Hauptstrecke nach Bamako zu nehmen, sondern den landschaftlich schöneren Weg durch das noch sehr ursprüngliche Land entlang des Senegal, der in Bafoulabé aus dem Bafing und dem Bakoye entsteht.
Wir merken bald, dass diese Entscheidung straßentechnisch die zweitbeste Wahl ist, die Piste ist äußerst mühsam und Mensch, Hund und Material werden dabei arg strapaziert. Wir schaffen kaum 100 km bis zur Dämmerung.
Vor Bafoulabé setzen wir mit der Fähre über den Fluss, da deren Getriebe kaputt ist, werden wir mit unserem Bus von ein paar Leuten mit langen Stangen übergestakt.
Etwa 5 km weiter in Mahina müssen wir den Fluss ein weiteres Mal überqueren, diesmal ist die einzige Möglichkeit die Eisenbahnbrücke, man muss eben flexibel sein.
Kurz hinter Mahina gibt es dann herrliche Badeplätze am Fluss, als halten wir erstmal Siesta.
Weiter geht es nach Manantali, die Piste ist hier etwas besser und unsere Durchschnittsgeschwindigkeit erhöht sich auch etwa 40 km/h.
Die Strecke von Manatali nach Bamako sind wir schonmal gefahren, und in Erwartung weiterer 300 km Piste sind wir sehr angenehm überrascht, nach etwa 100 km in Tambaga auf eine nagelneue Asphaltstraße zu treffen. Wenn das kein Weihnachtsgeschenk ist!
Nach nunmehr 10 Tagen Buschpisten seit St. Louis kommen wir völlig verstaubt und ein wenig verschlissen in Bamako an und finden beim Camping “Kaira-So” eine kleine Oase vor.
Unser Anhänger hat ein paar Blessuren abbekommen, die neu gerichtet werden müssen und der Bus wartet auf eine Komplettreinigung.

Ein paar Tage später holen wir Torsten vom Flughafen ab, der uns die nächsten Wochen begleiten wird. Er kommt mit viel Verspätung, dafür ohne Gepäck an. C’est Afrique – mach dich auf alles gefasst!
Nach zwei Tagen ist auch sein Gepäck da und die Reise geht weiter nach Segou, wo wir am Niger einen schönen Stadtbummel machen und nach San, die Moschee in San ist durchaus genauso beeindruckend wie die berühmte Moschee von Djenné.
Als nächstes hört ihr wieder aus Burkina Faso von uns, wir wünschen allen schonmal einen guten Rutsch ins neue Jahr – Bonne Annee!