Marokko – Mauretanien – Mali | Dezember 2005

Marokko2-140x140 Diese Tour bestritten wir mit unserem “großen gelben Elefanten”, einem Mercedes 814 mit Kofferaufbau, der auch Platz für Mitreisende bot.
Von Marokko aus ging es durch die Sahara nach Nouakchott und weiter entlang der Route d’ Espoir nach Bamako in Mali.

Marokko

Nachdem wir 3000 km quer durch Europa nach Gibraltar gefahren und mit der Fähre nach Ceuta übergesetzt sind, lassen wir es etwas langsamer angehen – willkommen in Afrika.

Unterwegs lernen wir Mara und Stefan kennen, die ihren alten Magirus wunderschön und mit ganz viel Liebe ausgebaut haben, und suchen uns gemeinsam einen Übernachtungsplatz. Die Suche wird von einer kleinen Rettungsaktion des Magirus unterbrochen, der sich recht schnell im losen Sand eingegraben hat. Mit Freischaufeln und ein wenig Anziehen ist er aber schnell wieder frei. Nun können wir in Ruhe den Grill und ein kleines Lagerfeuer entfachen und geniessen einen wunderschönen Abend unter den Sternen.

Mara und Stefan bleiben in Marokko, doch uns zieht es weiter durch die Sahara in den Süden, und so zieht am nächsten Tag jeder seiner Wege.

Mauretanien

Da wir die Strecke durch Marokko und die Westsahara schon mehrfach gefahren sind, kommen wir recht zügig an die mauretanische Grenze, die wir problemlos passieren.
In Nouadhibou quartieren wir uns im Camping “Baie du Levrier” ein und erkundigen uns nach den derzeitigen Gepflogenheiten der Passage nach Atar auf der Zugplattform des berühmten Eisenerzzuges. Diesen wollen wir eventuell auf dem Rückweg nutzen.
Am nächsten Tag verlassen wir Noadhibou und bewegen uns nun zum ersten Mal auf der nagelneuen Asphaltstraße quer durch die Sahara nach Nouakchott. Mithilfe der Straße kann man nun zügig und bequem durch die Wüste reisen, aber dabei bleibt auch ein Stück Abenteuer auf der Strecke. Also biegen wir irgndwo kurzerhand rechts ab und suchen uns einen schönen Platz mitten im Sand.
Wir geniessen eine Nacht Wüste pur, mit allen Sternen, die es gibt und einer doch reichhaltigen Tierwelt, wie wir am nächsten Morgen an vielen Spuren entdecken können.

Maur3-140x140Nun aber auf nach Nouakchott, hier steuern wir die “Auberge Sahara” an, die gleich am Eingang der Stadt gelegen ist.
In Nouakchott bleiben wir zwei Tage, wir brauchen ein Visum für Mali und wollen die CEDEAO Carte brune, eine Autoversicherung, die in mehreren westafrikanischen Ländern gültig ist, abschliessen. Beides erhalten wir ohne Probleme, und als wir abends in die Auberge zurückkehren, staunen wir nicht schlecht, wer sich da als Nachbar zu uns gesellt hat.

Neben unserem großen Gelben “parkt” ein Kamel, und der Führer dieses “Gefährts” hat sein Zelt direkt neben seinem Begleiter aufgeschlagen. Es war ein Schotte, der die Sahara auf diese Weise ganz allein durchquerte. Da kann man nur sagen, wenn einer eine Reise tut ….

Apropos erleben: das Erlebnis am nächsten Morgen war weniger amüsant. Eine Freundin schenkte uns zum Abschied in Deutschland ein Glas Kirschmarmelade für die Reise, leider hatte sich noch ein Kern ins Glas verirrt, dem Silvia Backenzahn nicht gewachsen war.

Ein klein wenig Mut gehört schon dazu, in Mauretanien zum Zahnarzt zu gehen, glücklicherweise hatte unser Herbergsvater einen Zahnarzt seines Vertrauens. Dieser hat das Malheur schnell und unkompliziert behoben, also nochmal Glück gehabt.


Nun verlassen wir bekannte Regionen und fahren gen Südosten auf der “Route d’ Espoir” Richtung Mali. Landschaftlich ist diese Strecke sehr schön. Die Wüste geht langsam in die Trockensavanne über, der Sand leuchtet in verschiedensten Farben, und weiter im Osten sprenkeln ein paar Felsen das Bild.

An dieser Strecke leben sehr viele Viehzüchter, teilweise noch als Halbnomaden, was man an den unzählichen freilaufenden Eseln, Kamelen und Ziegen erkennen kann. Nicht umsonst ist die Straße für ihre vielen Unfälle bekannt.

Vier Tage später erreichen wir Mali.

Mali

Die Grenzpassage zu Mali kommt uns zunächst etwas ungewöhnlich vor, da es nicht wirklich eine Grenzabfertigung gibt, wie man es sonst kennt. Die Formalitäten werden einfach in den nächstgelegenen Orten erledigt, obwohl diese etliche km entfernt sind.

In Nioro du Sahel treffen wir einige Europäer, die ebenso mit den Formalitäten beschäftigt sind. Einige kennen wir schon aus Nouakchott, und da die nächsten 350 km nur aus einer Holperpiste bestehen, entschließen wir uns, die Strecke gemeinsam zu bewältigen.

Für die nächsten drei Tage besteht unsere neue Reisegruppe nunmehr aus zwei Schweden mit einem alten Jeep, einem englisch-deutschen Pärchen mit einem VW-Bus, einem deutschen Arzt und seiner Freundin mit einem PKW Mercedes und uns.

Die Idee, sich zusammen zu tun, war hervorragend, denn das eine oder andere Mal bleibt doch einer in der sandigen Piste stecken, und so können wir uns gegenseitig helfen. Außerdem verbringen wir wundervolle Abende am Lagerfeuer mit der Gitarre.

Kurz vor Bamako trennen wir uns, aber wir sehen uns nicht das letzte Mal.

Auf die Metropole am Niger sind wir sehr gespannt, und unsere Erwartungen werden in jeder Hinsicht übertroffen, es ist schwer, das in Worte zu fassen. Wir versuchen erstmal, uns zu orientieren und eine Unterkunft zu finden.

Bei der ersten Möglichkeit, neben einem Hotel am Niger zu stehen, haben wir kein gutes Gefühl und suchen weiter, bis wir schließlich etwas außerhalb auf dem “Camping Cactus” landen, der von einem kanadischen Ehepaar geführt wird.

Unser ungutes Gefühl bei dem Hotel hat uns nicht getäuscht, am nächsten Tag erfahren wir, dass andere Europäer dort ihrer ganzen Habe bestohlen wurden.

Wir erkunden die Stadt, tauchen ein in den riesigen Markt, treffen andere Reisende, tauschen uns aus und haben einfach eine schöne Zeit. Zwei Tage später holen wir Wolfram und Tom vom Flughafen ab, die uns die nächsten zwei bzw. drei Wochen begleiten werden.